Queer-feministische Geschichte Leipzig sichtbar machen: Erinnerungen bekommen Raum

Geschrieben von Claudia Schmidt

3 Aug. 2026

Leipzig erzählt viele Geschichten – von Kultur, Gemeinschaft, Protest und gesellschaftlichem Wandel. Doch ein Teil dieser Stadtgeschichte ist bis heute nur schwer zugänglich: die Geschichte queerer Menschen, feministischer Bewegungen, selbstorganisierter Räume und zahlreicher Initiativen, die das Leben in Leipzig über Jahrzehnte mitgeprägt haben.

Genau hier setzt das FAIRPLAID Crowdfunding-Projekt „Queer-feministische Geschichte Leipzig sichtbar machen!“ an. Ein engagierter Arbeitskreis sammelt Wissen, Erinnerungen und Materialien, damit queer-feministische Geschichte nicht in privaten Nachlässen, verstreuten Archiven oder schwer zugänglichen Sammlungen verloren geht. Stattdessen entsteht ein zentraler Ort für Recherche, Austausch und Sichtbarkeit.

👉 Mehr über das Projekt: https://www.leipziger-crowd.de/qfg-leipzig

Eine Geschichte, die zu Leipzig gehört

Heute leben zehntausende LSBTIQ-Personen in Leipzig. Ihre Geschichten sind Teil der Stadt – genauso wie ihr Engagement in Kultur, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Viele Zeugnisse dieser Geschichte existieren bereits: Fotos, Briefe, Zeitschriften, Plakate, Flugblätter oder persönliche Erinnerungen. Doch häufig liegen sie an unterschiedlichen Orten und sind nur schwer zugänglich. Manche Materialien müssen langfristig gesichert werden, andere warten darauf, digital erschlossen zu werden. Das Projekt bringt Menschen zusammen, die diese Geschichte bewahren, erforschen oder weitererzählen möchten. So entsteht Schritt für Schritt ein Netzwerk, das Erinnerungen sammelt und dauerhaft zugänglich macht.

Die Crowd setzt ein Zeichen

Die Resonanz auf das Projekt zeigt, wie groß das Interesse an diesem Vorhaben ist. Bei einer Zielsumme von 2.500 Euro kommen 2.910 Euro aus der Crowd zusammen. Zusätzlich fließen 840 Euro aus dem Fördertopf der Leipziger-Crowd. Die Unterstützung macht deutlich: Viele Menschen wünschen sich, dass dieser Teil der Leipziger Stadtgeschichte langfristig erhalten bleibt und besser sichtbar wird.

Aus Unterstützung entsteht Zugang

Mit den Crowdfunding-Mitteln entsteht eine Webseite, die Informationen, Quellen und Kontakte bündelt. Sie verweist auf Archive, Bibliotheken, Museen, Initiativen, Vereine, Projekte und Zeitzeug:innen. Wer recherchieren oder eigene Erinnerungen teilen möchte, findet hier künftig eine zentrale Anlaufstelle.

Darüber hinaus finanziert das Projekt wichtige Grundlagen der Archivarbeit. Säurefreie Archivboxen, Mappen und weitere Materialien schützen empfindliche Dokumente langfristig. Recherche und Digitalisierung sorgen dafür, dass Inhalte dauerhaft gesichert und leichter zugänglich werden.

Auch Flyer, Plakate und weitere Informationsmaterialien tragen dazu bei, das Projekt in der Stadt sichtbar zu machen und neue Menschen zu erreichen.

Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten

Das Projekt „Queer-feministische Geschichte Leipzig sichtbar machen!“ zeigt, wie Crowdfunding gesellschaftlich relevante Themen unterstützen kann. Hier werden nicht nur Dokumente gesammelt. Es entsteht ein Ort, an dem Wissen bewahrt, Erfahrungen geteilt und Geschichte sichtbar gemacht wird. Aus vielen kleinen Unterstützungen wächst ein Projekt, das dazu beiträgt, Erinnerungen langfristig zu sichern und für kommende Generationen zugänglich zu machen.

Immer mehr Organisationen finanzieren Projekte über Crowdfunding.

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